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Ein eigenwilliges Konzept...
Unsere Idee besteht nicht darin, Bach «einfach» aufzuführen beziehungsweise das Werk Nummer für Nummer abzuhaspeln. Vielmehr will die J.S. Bach-Stiftung ein umfassendes Bach-Erlebnis und ein besonderes Bach-Verständnis vermitteln. Deshalb bringen wir das Vokalwerk in der Abfolge des Kirchenjahres und in verschiedenen Modulen dem Publikum näher. Anderthalb Stunden vor dem Konzert finden für Interessierte Einführungsworkshops durch den musikalischen Leiter der Gesamtaufführung, Rudolf Lutz, statt. Pro Abend gelangt lediglich eineKantate, dafür aber zweimal, zur Aufführung.

Zwischen die beiden Aufführungen legen wir eine Reflexion über den jeweiligen Kantatentext. Danach wird man die Kantate anders hören als zuvor. Aus der Sammlung der Reflexionen entsteht nach und nach eine «J. S. Bach-Kantaten anthologie des 21. Jahrhunderts»* in Buchform.
Stimmige Örtlichkeiten
Bachs Vokalwerk gehört in die Kirche. Auf der Suche nach geeigneten Aufführungsorten stiess die J.S. Bach-Stiftung auf die evangelische Kirche in Trogen. Sie bildet mit ihrem italienisch anmutenden Äusseren den Abschluss des Landsgemeindeplatzes. Dieser ist baulicher Zeuge einer ersten, frühen Welle von Globalisierung: Weltgewandte und weitgereiste Kaufleute schufen mit einer Anzahl palastartiger Gebäude hoch über dem Goldachtobel ein Geviert von eigenartiger Grandezza.

Die Kirche selbst wurde, nachdem ein Erdbeben ihre nachgotische Vorläuferin stark beschädigt hatte, 1777 beim berühmten Brückenbauer Hans Ulrich Grubenmann in Auftrag gegeben, der dem Bauwerk bereits 1779das Dach aufsetzte. Nach zahlreichen «Ausbesserungen» und Reparaturen im Laufe der Jahrhunderte entschloss man sich 1989/90 zu einer aufwendigen Gesamtrestauration. Die Kirche steht als Baudenkmal von nationaler Bedeutung unter dem Schutz von Bund und dem Kanton Appenzell-Ausserrhoden. Gleich gegenüber der Kirche befindet sich das alt eingesessene Gasthaus Krone mit seinem historischen Saal. Dort findet jeweils der Imbiss nach dem Workshop zur Einführung in die Kan tate des Abends mit Rudolf Lutz und Karl Graf statt.